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Ernährung und Training in der Formel Eins

Wenn du denkst, in der Formel Eins macht das Auto die ganze schwere Arbeit von alleine, dann täuscht du dich. Fahren ist eine körperlich höchst anspruchsvolle Tätigkeit und die Fahrer trainieren hart und ernähren sich angemessen für ihre Sportart.

Obwohl sie sich nicht selbst voranbewegen müssen, ist das Fahren eines Formel Eins Wagens ein körperlich anspruchsvoller Sport und es sind dabei zahlreiche unterschiedliche Faktoren von Bedeutung. Ein Schlüsselfaktor ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr, ein weiterer ist die Sportpsychologie, aber auch das Körpergewicht, der Körperfettanteil und die Körperzusammensetzung spielen eine große Rolle für die F1-Fahrer.

Körpergewicht und Körperzusammensetzung - Ernährung und Training in der Formel 1

Körpergewicht ist ein Schlüsselfaktor, da es sich bei der Leistungsklasse eigentlich um einen Gewichtsklassensport handelt. Das festgelegte Maximalgewicht für den Wagen entspricht dem Gewicht des Wagens inklusive Fahrer. Dies heißt je leichter der Fahrer, desto mehr Wagen mit größeren und schwereren Motoren ist möglich. Somit haben es größere Fahrer oft schwer das Maximalgewicht einzuhalten, und ein Fahrer von einer Körpergröße von etwas über 1,80 m wiegt üblicherweise etwa 74 kg.

Die Körperzusammensetzung ist außerdem von Bedeutung. Die Fahrer bemühen sich zum einen aus den oben genannten Gründen ihren Körperfettanteil gering zu halten, zum anderen aber auch wegen der Hitze im Wagen. Fahrer mit einem höheren Körperfettanteil können Wärme besser speichern und leiden deshalb im Wagen eher unter Überhitzung – diese Überhitzung kann wiederum zu Konzentrationsschwäche und langsameren Reaktionen führen.

Der Körper wird üblicherweise durch intensives Ausdauertraining in Form gehalten, was dem Fahrer, dessen Körper für über eine Stunde lang g-Kräften ausgesetzt ist, dabei hilft, den Stress und die Belastung den Wagen unter Kontrolle zu halten, besser zu verarbeiten. Die Kräftigung bestimmter Muskelgruppen wie zum Beispiel Nacken und Schultern, sind selbstverständlich wichtig, um den Kopf stabil zu halten und den Wagen während des Rennens zu steuern.

Ernährung der F1-Fahrer

Die Tage des sorglosen Champagner-Trinkens und der ausgedehnten Menüs in teuren Restaurants sind längst vorüber. Jeder Fahrer hat einen eigenen Trainer, der zugleich auch sein Ernährungsberater ist, und der mit ihm rund um die Welt reist und sicherstellt, dass sich die Fahrer an ihren Ernährungs- und Trainingsplan halten.

Die Härte des Ernährungsplans hängt sehr stark von der Körpergröße der Fahrer ab, denn je größer sie sind, desto strenger müssen sie auf ihr Gewicht achten. Sowohl Mark Webber und Jenson Button – unlängst zwei der größeren F1-Fahrer – haben sich öffentlich darüber beschwert, wie schwer es sei die Gewichtsbeschränkungen einzuhalten.

Ernährung der Formel 1 Fahrer

Die Fahrer befolgen eine Vielzahl unterschiedlicher Ernährungspläne. Mark Webber (der mittlerweile die F1 verlassen hat) hatte sich für eine kohlenhydratearme Ernährung entschieden, um den Körperfettanteil gering zu halten, und viele andere Fahrer achten vor allem auf die Qualität der Nahrungsmittel und vermeiden Nudeln, weißen Reis und Weißbrot, und weichen stattdessen auf Vollkornkost und stärkearmes, ballaststoffreiches Gemüse aus. Hochqualitative Fett- und Proteinquellen sind ebenfalls wichtig, daher ähnelt die Ernährung häufig einem mediterranen Ernährungsplan mit mehr Gemüse und weniger Kohlenhydraten.

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr vor dem Rennen ist ein weiterer Punkt von grundlegender Bedeutung. Das Schweißprofil der Fahrer wird getestet und sie erhalten für die Stunden vor dem Rennen einen maßgeschneiderten Plan für ihre Flüssigkeitszufuhr. Durch Verwendung einer Reihe von kundenspezifischen Elektrolyt- und Kohlenhydrat-Getränken nehmen sie sogar übermäßig viel Flüssigkeit zu sich, sodass sie, wenn sie in der Fahrerkabine schwitzen – und sie können bis zu 3 Liter Flüssigkeit pro Rennen verlieren – nicht so schnell dehydrieren.

Fahrertraining

Ayrton Senna war der Mann, der beinahe im Alleingang das Konzept der Professionalität in dieser Sportart mit körperlichem Training in Verbindung brachte. Eine bessere Fitness bedeutet eine Verbesserung der kognitiven Funktion und der Reaktionszeit, insbesondere wenn man harte körperliche Arbeit leistet. 

Die Fahrer trainieren üblicherweise 3 bis 5 mal pro Woche. Der Schwerpunkt liegt auf Konditionstraining, das auch dabei hilft das Gewicht gering zu halten. Laufen und Radfahren sowie Schwimmen, Mountain Climber und Stepper sind beliebte Fitnessübungen.

Krafttraining in der Formel 1

Auch Krafttraining wird absolviert, aber weil zu viel Muskelaufbau nicht erwünscht ist, beschränkt sich dieses auf ein Minimum und üblicherweise auf jene Körperteile, für die diese Art von Training am sinnvollsten ist, zum Beispiel Nacken, Schultern und der oberen Rücken. Häufig werden kundenspezifische Trainingsgeräte eingesetzt, um die Nackenmuskulatur zu trainieren und diese Geräte sind Teil der Fitnessausrüstung, die während der Rennsaison rund um die Welt reist.

Vor der Saison wird normalerweise häufiger trainiert und die Fahrer können zudem an Trainingscamps teilnehmen, wo sie proTag drei oder mehr Stunden trainieren, um Gewicht zu verlieren und ihre Ausdauer zu verbessern.

Leistungssteigernde Medikamente?

Abgesehen von Nootropika, auch Smart-Drugs genannt, gibt es nicht besonders viele leistungssteigernde Medikamente, die einem Fahrer von Vorteil sein könnten, und selbst die smarten Drogen sind problematisch, da sie den Entscheidungsprozess beeinflussen. Daher heißt es in Formel-1-Kreisen, dass der Einsatz von Drogen so gut wie nie vorkommt.

Medikamente - Training & Ernährung in der Formel 1

Die Fahrer werden auf leistungssteigernde Substanzen untersucht, jedoch nicht so oft wie beispielsweise ein Leichtathlet. Tatsächlich haben einige Fahrer diese Tests auf stimulierende Drogen in der Vergangenheit nicht bestanden und dieses Nichtbestehen wurde auf die Verwendung eines Nasensprays zurückgeführt. Hierbei handelt es sich um eine weitverbreitete Ausrede bei positiven Testergebnissen dieser Art. Während ein normaler Sportler selbst mit dieser Ausrede vom Wettkampf ausgeschlossen würde, so konnten die F1-Fahrer einen solchen Ausschluss umgehen, da der Chefarzt der F1 erfolgreich das Argument vertrat, dass diese stimulierenden Mittel keinerlei Auswirkungen auf die Leistung haben.

 

Autor: Multipower-Ernährungsexperte Drew Price (Folge Drew auf Twitter)

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